Marktplatz gemeinsam weiterdenken

Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und neue Perspektiven

Mit der für die kommende Ratssitzung vorliegenden Beschlussvorlage zum Wettbewerbsverfahren rund um das „Bürger FORUM Stadtmuseum“ wird ein formaler Schritt vollzogen, der Klarheit für die weitere Entwicklung unseres Marktplatzes schafft. Grundlage ist der Ratsbeschluss vom 30.06.2025, mit dem dem Bürgerbegehren entsprochen wurde und der Marktplatz „barrierefrei und mit hoher Aufenthaltsqualität, in seiner bisherigen Größe ohne großflächige Bebauung“ neugestaltet werden soll.

Für uns als Initiative steht nun nicht das Zurückblicken im Vordergrund, sondern der konstruktive Blick nach vorn. Von Beginn an war unser zentrales Anliegen, die Aufenthaltsqualität des Marktplatzes nachhaltig zu steigern und ihn zugleich barrierefrei zu gestalten. Der Wegfall der bisherigen Absenkung bietet hier eine große Chance: Ein niveaugleicher Platz schafft mehr Sicherheit, bessere Nutzbarkeit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und insgesamt eine ruhigere, hochwertigere Platzwirkung.

Gleichzeitig möchten wir die in der Diskussion geäußerten Ideen zur gestalterischen und funktionalen Weiterentwicklung des Platzes aufgreifen. Auch viele Befürworter einer Museumserweiterung haben den Wunsch nach einer Belebung und Aufwertung des Umfeldes betont. Diesen Impuls nehmen wir gerne auf.

Ein konkreter Vorschlag ist die saisonale Nutzung einzelner Parkflächen für gastronomische Außenbereiche. Denkbar wäre beispielsweise, in den Sommermonaten sechs Parkplätze im Bereich vor dem Museum temporär als Außengastronomieflächen freizugeben. Dadurch könnten die ansässigen Betriebe ihre Angebote erweitern, der Eingangsbereich des Museums würde räumlich stärker betont und der Platz insgesamt lebendiger und einladender wirken.

Gerade in den Sommermonaten sind deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs, sodass der temporäre Wegfall weniger Stellplätze gut abgefedert werden kann. Eine solche flexible, saisonale Lösung verbindet wirtschaftliche Impulse für die Innenstadt mit einer spürbaren Steigerung der Aufenthaltsqualität.

Der Marktplatz ist das Herz unserer Stadt. Er ist Veranstaltungsort, Treffpunkt, Parkplatz und historischer Raum zugleich. Jetzt bietet sich die Chance, gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Anliegern und Bürgerschaft ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln, das diese unterschiedlichen Funktionen in Einklang bringt – barrierefrei, offen und mit hoher Qualität.

Die Initiative Freier Marktplatz steht weiterhin für einen konstruktiven Dialog und freut sich darauf, die nächsten Schritte aktiv und lösungsorientiert zu begleiten.

music_note Song zum Freien Marktplatz:

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Der freie Marktplatz, wie er sich heute darstellt. Viele Revitalisierungsmaßnahmen für den Platz sind denkbar und gewollt, so kann er etwa barrierefrei werden, wenn die Absenkung zur Marienkirche verschwindet. Für das Mikroklima in der Stadt ist eine zusätzliche Begrünung sinnvoll.
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Altstadtlauf 16. Mai 2025
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Der Marktplatz aus der Luft.

Faktencheck: Wichtige Unterschiede zwischen Auslobungstext und kursierenden Gerüchten / Aussagen im Flyer „Pro Stadtmuseum“

1. Art des Wettbewerbs und Bindungswirkung

Flyer suggeriert: „Es wird diskutiert, die Bürger sehen die Entwürfe und entscheiden dann mit.“

Faktisch laut Auslobung: Es handelt sich um einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb, nicht um einen Ideenwettbewerb. Das bedeutet:
„Die Ausloberin erklärt, dass sie einer/einem PreisträgerIn, in der Regel der/dem GewinnerIn, die weitere Bearbeitung der Aufgabe […] übertragen wird“.
Das Ergebnis ist bindend für die weitere Planung – es gibt kein unverbindliches „Wir schauen dann mal“.

2. Überbaubare Fläche und Bauvolumen

Flyer behauptet: Nur „ca. 800 qm Grundfläche“ würden bebaut, der Marktplatz bleibe „größtenteils frei“.

Faktisch: Die Auslobung fordert eine Nutzungsfläche von 1.450 qm für den Erweiterungsbau, plus technische Räume, Erschließung etc.
→ Das führt in der Regel zu einer Bruttogrundfläche über zwei Ebenen von mehr als 1.800 qm, zusätzlich zu Erschließungsflächen. Der Marktplatz als Freifläche wird dadurch deutlich verkleinert.

3. Anzahl und Erhalt der Parkplätze

Flyer suggeriert: „Auch Parkplätze – sollten sie gewünscht sein – bleiben erhalten.“

Faktisch: Die Auslobung fordert insgesamt den Nachweis von 15 PKW-Stellplätzen, die vorzugsweise an der Rathausstraße realisiert werden sollen. Aktuell zählt der Marktplatz ca. 93.
→ Es wird lediglich gefordert, im Entwurf Erschließung, Verkehrsflächen und Pkw-Stellplätze darzustellen. Eine Garantie gibt es nicht.

4. Freihalten des Marktplatzes

Flyer behauptet: Es werde „außerordentlich achtsam mit der Freifläche umgegangen“.

Faktisch: Die Auslobung sieht das Wettbewerbsgebiet mit rund 8.400 qm komplett als Planungsfläche vor, inklusive der aktuell freien Marktplatzfläche.
→ Ziel ist ausdrücklich eine städtebauliche Neuordnung unter Integration eines Neubaus.

5. Bedeutung der Bebauung

Flyer spricht von: „flächenschonender Bebauung“ und „kein Hindernis für Herbstwoche“.

Faktisch: Die Auslobung sieht den Neubau als zentralen Bestandteil des Museumskonzepts und fordert sogar eine verbindliche Anbindung ans Palais Rose (wenn auch nur eingeschossig).
Ohne Neubau ist das vorgesehene Konzept nicht umsetzbar.

6. Barrierefreiheit als Argument für Neubau

Flyer: „Ganz ohne Bebauung geht es nicht wegen Barrierefreiheit“.

Faktisch: Die Auslobung fordert eine barrierefreie Gesamtlösung, aber:
Barrierefreiheit könnte auch durch alternative Konzepte erreicht werden. Es ist kein Automatismus, dass nur ein großer Neubau Barrierefreiheit ermöglicht.

7. Rolle der Bürgerbeteiligung

Flyer stellt in Aussicht: Die Bürger werden später in die Entwurfsentscheidung eingebunden.

Faktisch: Laut Auslobung erfolgt die Entscheidung durch das Preisgericht am 09.09.2025. Die Bürgerbeteiligung ist auf Informationsveranstaltungen beschränkt.
Die Bindungswirkung liegt beim Wettbewerbsergebnis, nicht bei einem Bürgerentscheid.

8. Kostenrahmen und Förderlogik

Flyer: „Eigenanteil nur ca. 10 Mio. €“.

Faktisch: Der Auslobungstext nennt ein Investitionsvolumen von ca. 21,5 Mio. € brutto (12,4 Mio. € für den Neubau, 2,1 Mio. € Sanierung Palais Rose, 4,1 Mio. € Freianlagen).
→ Ob die angegebenen Förderquoten tatsächlich erreicht werden, ist offen und nicht Bestandteil der Auslobung.

Faktencheck: Übersicht

ThemaGerüchtFakt
Art des Wettbewerbs und BindungswirkungBürger entscheiden mitErgebnis ist bindend
Überbaubare Fläche und BauvolumenMarktplatz bleibt größtenteils freiMarktplatz wird deutlich verkleinert
Anzahl und Erhalt der ParkplätzeParkplätze bleiben erhalten15 Parkplätze gefordert
Freihalten des MarktplatzesAußerordentlich achtsamer Umgang mit FreiflächeNeuordnung der Marienkirche Senke UND des Marktplatzes
Bedeutung der BebauungFlächenschonende BebauungFormuliertes Konzept funktioniert nur mit Neubau
Barrierefreiheit als Argument für NeubauOhne Bebauung keine BarrierefreiheitBarrierefreiheit auch ohne Bebauung möglich
Rolle der BürgerbeteiligungBürger werden in Entscheidung eingebundenPreisgericht entscheidet bindend am 09.09.2025
Kostenrahmen und FörderlogikEigenanteil nur ca. 10 Mio. €Gesamtinvest: 21,5 Mio. €
Keine Fördertöpfe bekannt